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Die Gentle Lounge in Berlin - Erlebnisbericht


by Dan Apus Monoceros (Kink und Beziehungscoach)


“Challenge Accepted!” damit ging es los und Tripp hatte die Herausforderung fast 700 Hiebe mit Schlagwerkzeugen meiner Wahl angenommen. Tripp wusste zwar, dass ich sehr sadistisch bin. Er hatte auch schon so immer wieder viele Schläge als Wrestler einstecken müssen. Aber das ist ja auch viel Show dabei. Mit BDSM war er (fast) komplett unerfahren.



Anders die Zuschauer, die Gäste der Gentle Lounge. Sie waren ruhig und sie hatten eine grobe Vorstellung, was auf ihn eingehen könnte. Dieses kleine Muskelpaket hat sich auf etwas eingelassen, wo viele kategorisch nein sagen würden: eine selbst in der BDSM Welt sehr harte Sache. Respekt… oder Dummheit? Schließlich würde er, wenn er verliert, als Ware auf der Gentle Lounge auch an die Gäste angeboten werden. Mal schauen, ob er es schafft!


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Über die Gentle Lounge Die Gentle Loung ist ein regelmäßiges Event des gay-BDSM.club in Berlin, welches im sinberlin stattfindet. Hierbei haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ein Einverständnis zur aktiven Misshandlung zu geben, bei Aktivitäten wie CMNM mitzumachen oder sich auf einem Mini-Markt versteigern zu lassen. Zu Anfang des Abends gibt es meistens eine Show oder Live-Demo zu BDSM Themen.


Die nächsten Termine der Gentle Lounge findet ihr unter: www.gay-BDSM.club



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Im sinberlin, einem kleinen, aber sehr gemütlichen BDSM Club in Berlin, findet die Gentle Lounge des gay-BDSM.clubs statt. Drinks, mit gleichgesinnten Reden, den eigenen D/s ausleben und im kinky Rollenspiel aufgehen. Dabei gibt es immer eine Live-Demo oder eine Show. Und für diese hatte ich Tripp gewinnen können. Wie hat er sich aber geschlagen?





Nachdem Tripp die Challenge akzeptiert hatte, musste er erstmal sein Shirt ausziehen und sein Singlet, welches er darunter hatte, wurde von den Schultern genommen. So wurde er in den Bondage Frame in die Spread Eagle Position gefesselt. Von hinten perfekt zu peitschen, aber von vorne genauso zugänglich! Ich schaute ihm in die Augen und fragte, "Ready for some gut punches?”, und so starteten wir mit ein paar Dingen, die er als Wrestler ja bereits kannte. Es folgte eine Backpfeife und ich hatte seine volle Aufmerksamkeit.



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Hinweis:

Impact Play im Besonderen, aber auch die anderen genannten Spielarten, sind riskant und sollten nicht ohne ausreichende Ausbildung und Erfahrung praktiziert werden. Besonders Impact Play kann ernsthafte Schäden bis hin zum Tod verursachen. Der Artikel soll nicht als Spielanleitung verstanden werden und erhebt auch nicht den Anspruch, über die Gefahren aufzuklären. Welche Risiken und Gefahren es gibt, wie man diese minimiert und wie man eine geile Impact Play Session aufbaut, könnt ihr in meinen Kursen lernen.



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Die Zuschauer waren gespannt und los ging es mit einem weichen Flogger auf den Rücken… zum Aufwärmen. Tripp nahm das leicht hin. Ein paar Zuckungen, als es dann mal härter durchgezogen wurde, aber keine Mühe für ihn. Auch nicht, als es dann auf den Hintern ging. Aber es war ja auch nur, um die Durchblutung anzuregen.



Es folgte ein weiterer Flogger. Weniger Schwänze, etwas schwerer. Doch einiges härter, wenn man ihn durchzieht. Aber bevor es damit richtig losging, wurde erst noch der Singlet tiefer gezogen, sodass sein sexy Bubble Butt blank zur Geltung kam. Die Hiebe prasselten auf sein breites Kreuz und seine fetten, knackigen Pobacken, die fast vertikal an seiner schlanken Taille ansetzten und rund und voll entgegen lachten… Die ranzunehmen hat einfach nur Spaß gemacht, wenn sie zuckten. Und wenn sie zu wenig zuckten, ging ich - anstelle abwechselnd - nur noch auf eine Seite und dort immer auf die gleiche Stelle. Tripp spürte, wie der Impact bei jedem Schlag mehr schmerzte und er fing an, sich geil und sexy in seinem Körper zu verdrehen, weil er so hoffte, den Schlägen auszuweichen.


“Ok, wohl noch zu viel Bewegungsfreiraum", dachte ich bei mir und fesselte ihn strenger in den Frame. “Probieren wir es nun mal mit etwas Härterem." Die Reitgerte aus Gummi kam als nächstes. Nicht zu lang und mit einer flachen breiten Spitze, so dass man gut auch auf empfindliche Stellen zielen konnte. Einmal durchgezogen mit etwas mehr Wucht und man hatte einen schönen Abdruck… Und das auf dem bereits warm gespielten und gut gerötetem Hintern und Kreuz. Es folgte der Rosen-Flogger, der zwar weicher, aber mit mehr Gewicht ein eher tiefer gehendes Gefühl erzeugte.


Tripp regte sich gut und versuchte, so weit er konnte, auszuweichen. Dabei hatte er aber immer noch eine gewisse Ruhe. Zwischendurch fragte ich, ob alles ok sei, aber kein Problem. Ja, er ist definitiv ein Maso, der das genießt ;)


Knapp 250 Hiebe hatten wir und Tripp zuckte und stöhnte bei jedem Hieb. Ich fragte nach der Anzahl und er wusste sie korrekt… Gut, ich selber hatte vielleicht auch das ein oder andere nicht korrekt mitgezählt, aber die grobe Zahl stimmte. Ich sollte hier mehr aufpassen, um ihn auch psychologisch etwas mehr herauszufordern, aber ich war mir sicher, dass er physisch hier nachgeben würde.


Etwas Abwechslung: Wieso also nicht mal die Front bearbeiten? Ja, ich bin ein Sadist und das ist auch gut so.


Die Brust war mein erstes Ziel und hier konkret die Nippel. Erstmal sanft, dann fest reingreifen und ja, da war er: Er schaute mir herausfordernd in die Augen und ich konnte geradezu lesen, wie er “Du Arschloch, mach weiter!” schrie. Und das musste er mir nicht zweimal sagen. Aber auch die fette Brust von ihm selbst war mein Ziel und mit einem festen Griff um den Muskel, versenkte ich meine Fingerspitzen am Rand des Muskelgewebes. Ebenfalls eine sehr geile und leicht bis hart schmerzhafte Sache.


Und da waren sie wieder, die herausfordernden Blicke.


Ich nahm die Gerte und ließ sie auf die bereits strapazierten Nippel und Brustmuskel prasseln, so dass ich bereits mit wenig Intensität ein hohes Gefühl erzeugen konnte. Ich sah gerade zu, wie er dies genoss und wie er mich dabei herausfordernd, eine freche Mischung zwischen bettelnd und hassend anschaute. Und weiter ging es!


Dann zwischen den Beinen. Ja, auf die Genitalien, aber auch auf die Innenseite der Oberschenkel. Er versuchte, sie zusammen zu klemmen, so dass ich nicht mehr hin kam, aber ja, ich habe gute Fesselarbeit geleistet und er hatte keine Chance.


Bevor ich mich dann wieder dem Rücken widmete, band ich noch schnell Schwanz und Eier zusammen, ließ ihn etwas auf die Zehenspitzen gehen und befestigte dann das andere Ende des Seils an einem Haken über ihm. Jedes Mal, wenn er nun zucken würde, würde er sich gleichzeitig selbst auch noch die Eier ziehen. Eine tolle Konstruktion :)


Nach diesem kleinen, aber nicht unwichtigen Ausflug zu seiner Front, ging es am Rücken weiter. Da die Front ja mitgezählt wurde, waren wir hier nun schon bei etwas über 300 Schlägen und nach ein paar weiteren Schlägen mit der Gerte auch schon bei 350. Halbzeit! Es wurde Zeit für die bösen Dinge ;)

Die Bullwhip und die Rute standen noch auf dem Plan und ja, ich wollte ihm ja eine realistische Chance lassen, also habe ich sie jetzt erst rausgeholt. Die Bullwhip ist von den beiden zwar nicht die härteste, aber der sehr feine, gezielte und punktuelle Schmerz ist schon etwas sehr Intensives. Kombiniert mit dem lauten Knall, der vor allem psychologisch viel macht, eine ziemlich beeindruckende Kombination. Und ja, seine Zuckungen sprachen für sich.


Ich fragte zwischendurch, ob alles ok sei und ob er noch weitermachen könne. Ohne Probleme.




Über 50 Schläge gingen auf ihn nieder, bis er dann langsam weniger Reaktion zeigte. Ja, es hat eine gewisse Routine begonnen und wenn Tripp etwas konnte, dann war es einstecken. Ich merkte, dass er hier einen guten Headspace hatte, mit der wohl auch noch die nächsten 300 locker einstecken könnte.


So leicht würde ich es ihm aber nicht machen, dachte ich bei mir.


Also wechselte ich zur Rute, die richtig böse war. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass ich vor allem an der Psyche arbeiten muss und ihn zermürben muss, um seine außerordentliche mentale Stärke zu brechen.


Ich kannte dieses Phänomen bereits von einigen anderen Kampfsportlern, mit denen ich gespielt habe. Diese haben häufig solch ein reflektiertes Bewusstsein, vor allem hinsichtlich Schmerz, dass sie richtig schwer zu knacken sind. Aber ich wusste ja, auf was ich mich einlasse und ich kannte Tripp ja von unserer Try-Out Session, wo ich mit ihm getestet habe, bevor wir die Vorführung vereinbart hatten. Entsprechend habe ich mir hier auch einen Plan gemacht.


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Dan Apus Monoceros

Der Autor und hier aktive Part in der Session ist Coach für Kinks und Nicht-Monogame-Beziehungen. Er unterstützt Neugierige und jene, die sich weiterentwickeln wollen bei ihrem Einstieg und Entwicklung in der BDSM-Welt.


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Ein monotoner Rhythmus ist wunderbar zermürbend, vor allem wenn es immer wieder auf die gleiche Stelle geht. Der Sub spürt immer noch den letzten Schlag schwinden und weiß bereits, dass und wann der nächste erfolgt. Dieser Rhythmus kann ihn zur Verzweiflung bringen, weil er es ja nicht verhindern kann und jeder Schlag härter wird. Der Hintern tut weh, die vorhergehenden Schläge sind noch alle zu spüren, es kommt einer drauf, der mehr weh tut als der vorherige und es wird gleich der nächste folgen, der ebenfalls mehr weh tut und dann wieder einer und so weiter.


Bei Tripp musste ich aber anders vorgehen. Er schaffte es dabei, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Er würde es bald schaffen, nur noch 200. So oder so ähnlich waren seine Gedanken. Und diesen Gedanken konnte ich nur brechen, wenn ich aus den noch 200 einen unendlich großen Berg eine never ending story machen würde.


“Wir sind jetzt bei 300. Du zählst rückwärts mit und wenn ich dich frage, nennst du mir die korrekte Zahl. Bist du falsch, fangen wir wieder bei 300 an.” sagte ich ihm. Innerlich wusste ich aber, dass ich dennoch weiter runter zählen würde. Aber das wollte ich ihm bewusst nicht sagen. Es sollte ihn nun psychologisch zermürben.


Gleichzeitig suchte ich mir einen Zuschauer aus, der dies zur Kontrolle ebenfalls tun sollte. So konnte ich mich mehr auf die Reaktionen des Subs konzentrieren. Damit habe ich mir aber ins eigene Fleisch geschnitten. Die Subby-Gewerkschaft hat zugeschlagen und der Zuschauer bestätigt die Zahl von Tripp jedes Mal, selbst wenn ich etwas anderes mitgezählt hatte. Mist! Wir waren schon bei 230 Schlägen und gingen zielsicher auf die 200 zu…. Dabei hatte ich mir ja vorgenommen, ihn bei 300 an die Grenzen zu bringen…


“Machen wir es nun etwas anspruchsvoller und ich zähle selbst mit!"


Klar, hier hätte ich auch schummeln können, aber nein, ich bin hart, aber fair. Naja, oder sagen wir es so, ich kann auch unfair sein, ohne dabei falsche Angaben zu machen. Ich wechselte wieder auf die zwar leichtere, aber wesentlich schnellere und schwerer zu spürende Reitgerte. Mit der konnte ich sehr gezielt schlagen und dies in fast jedem beliebig schnellen Rhythmus.


Und so wie ein monotoner Rhythmus zermürbend sein kann, kann er einen unvorhersehbaren, ähnlichen Effekt haben. Vor allem, wenn man sie mitzählen muss und sie teilweise so schnell sind, dass man sie nicht erfassen kann. Hinzu kommen die verschiedenen Stellen am Körper und so konnte ich es dann hinbekommen, dass Tripp Schwierigkeiten bekam.


“Number!” - “197” - “Correct”

“Number!“ - “178” - “Correct”


Das erste Mal kam er raus bei 164, nach einigen wenigen rhythmischen und dann fast nicht erfassbaren und unvorhergesehenen arhythmischen Schlägen.


“Wrong” - “We start with 220 again” -”Fuck!”


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Über Tripp Evans

Tripp Evans ist ein underground Wrestler, der als kleiner Macho im Kräftemessen gerne mal unterliegt und sich dann auch entsprechend bestrafen lässt. Wer mehr von ihm sehen will, findet ihn auf Twitter unter https://twitter.com/TrippEvans3

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Und dann hatte ich ihn. Ab dem Moment hatte er kein Ergebnis mehr richtig gezählt und er war gebrochen! Wir machten 2-3 Anläufe und jedes Mal musste er wieder bei 220 anfangen zu zählen. In meiner internen Zählung war er aber bereits bei nur noch knapp 80 offenen Schlägen und ich wusste, wenn er jetzt nicht gleich aufgibt, müsste ich mich wohl geschlagen geben und er würde im Anschluss nicht allen Gästen zur Verfügung stehen, was ich aber unbedingt wollte.


“You give up?” - “No!”


20 weitere harte Schläge “Number!” - “I don’t know!” - “220 again and harder!”


Bei eigentlich nur noch 46 offenen Schlägen gab er dann auf, weil er annahm, dass er es nie schaffen würde, korrekt die Schläge runterzuzählen, weil er vielleicht dachte, dass ich cheaten würde. An der wirklichen Leistungsgrenze war er aber definitiv noch nicht!


Ich fesselte ihn los und nahm ihn erstmal in den Arm. Er hatte eine große Leistung vollbracht und ich war sehr stolz auf ihn. Der Deal stand aber (und es war ja auch eine Belohnung für ihn) und so bekam er nach der innigen Umarmung ein Halsband um und er wurde an der Leine den Gästen zur Verfügung gestellt.


Die ersten Anfragen kamen auch schon und er sollte in den nächsten Minuten von gleich 3 Jungs die volle Ladung abbekommen. Er wurde gefesselt, gefickt und rumgereicht zwischen den verschiedenen Gästen und als Boytoy musste er allen zur Verfügung stehen.







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Einvernehmlichkeit & Absprachen

Die Session mit Tripp war abgesprochen, mit seinen Interessen abgestimmt und Stoppwörter wurden vereinbart. Natürlich hat sein Ego ihn angespornt es nicht zu tun, aber er hätte die Session jederzeit abbrechen können. Ganz im Gegenteil fand Tripp die Session und den ganzen Abend aber mega geil und wahrscheinlich würde er bei einer zukünftigen Session noch weiter gehen wollen.

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Typische Reiseziele für gay-Kinsters


Schwule Menschen reisen gerne und ihre sexuellen Vorlieben und Fetische spielen oft eine wichtige Rolle bei der Wahl des Reiseziels. Was sind die Top-Reiseziele und Highlights im Jahr 2023? Was sollte man nicht verpassen? Wir haben die wichtigsten Informationen für euch zusammengefasst.



Gay-Destinations

Grundsätzlich muss man als schwuler Mann mit einem Fetisch nicht seinen gesamten Jahresurlaub darauf ausrichten. Man kann auch einfach die Berge, den Strand oder eine Städtetour genießen. Doch viele planen bereits Jahre im Voraus, auf welche Events im nächsten Jahr man unbedingt dabei sein muss und welche schwulen Reiseziele man ansteuern will. Dabei fühlt es sich oft wie Urlaub an, wenn man sich an Orten aufhält, an denen man sich nicht verstecken muss oder wo man mit dem Shop-Mitarbeiter flirten und ihn in der Mittagspause vernaschen kann.


Typische schwule Reiseziele sind zum Beispiel Mykonos oder Sitges sowie die vielen Gay-Areas in Großstädten wie San Francisco, Barcelona, Madrid, Hamburg und Amsterdam. Berlin hat gleich mehrere gay-Areas und ist in vielen Bereichen sehr tollerant.



Events, Cruising & Aktivitäten

Es gibt unzählige schwule Events und Parties, von klein bis groß, Festivals und Cruising-Plätze sowie Open-Air-Aktivitäten. Wer sein Reiseziel bereits kennt, wird hier kaum Probleme haben, etwas Passendes zu finden. Allerdings wird es schwieriger, wenn man spezielle Vorlieben wie BDSM oder Fetische hat, da nicht jede Destination entsprechende Clubs oder Events anbietet. Daher sollte man vorher etwas recherchieren.



Nicht jede Destination ist gay-friendly

In einigen Gegenden ist es verboten oder nicht gern gesehen, schwul oder kinky zu sein, und in manchen Ländern steht darauf sogar die Todesstrafe. Hier kann es schwer sein, entsprechende Events zu finden, da sie eher im Geheimen oder komplett privat stattfinden. In diesem Fall braucht man einen lokalen Ansprechpartner. Apps wie Romeo, Grindr oder buddy.net können helfen, erste Ansprechpartner zu finden, aber man sollte vorsichtig sein, da sie in einigen Ländern dazu verwendet werden, schwule Männer in eine Falle zu locken. Man sollte sich also vorher erkundigen, welche Rechte für Mitglieder der LGBTQ* Community gelten und wie weit wir uns evtl. einschränken und verstecken müssen.



Kinky Events für alle

Auch gibt es eine Reihe an Events, die sich eher an eine gemischte bis heterosexuell ausgerichtete Zielgruppe richten. Bei den meisten ist es jedoch kein Problem, als Mitglied der LGBTQ*-Gruppe vorbeizuschauen und Spaß zu haben. Häufig sind diese jedoch weniger sexuell und haben mehr Fokus auf Fetisch und Kink, was durchaus sehr angenehm und inspirierend sein kann. Ist man aber neu auf solchen Events, so wird man sich zunächst an den anderen “Vibe” gewöhnen müssen, was aber - je nach Person - durchaus das schöne hieran sein kann.


Um einige zu nennen:

  • Wasteland (Amsterdam, Berlin)

  • Torture Garden (London, Berlin)

  • German Fetish Ball (Berlin)



CSDs und Prides

CSDs und Prides finden weltweit statt und sind ein wichtiger Anziehungspunkt für Mitglieder der LGBTQ*+ und Fetisch-Gemeinschaft. Obwohl bei kleineren Straßendemonstrationen immer wieder kritisch hinterfragt wird, wie viel Fetisch gezeigt werden sollte, sind Fetische ein wichtiger Teil der schwulen Welt und bei größeren Paraden kaum noch wegzudenken. Dennoch schadet es nie, sich zu erkundigen, ob beispielsweise Puppy Masken (durch das Vermummungsverbot auf Demos) erlaubt sind. Auch rund um die Prides finden viele Events statt, die sich mit Fetisch und BDSM beschäftigen.


Die World Pride 2023 fand bereits in Sydney statt. Die Europride findet vom 7. bis 17. September in Valletta (Malta) statt. Weitere große Prides finden in Barcelona, Madrid, London und fast jeder großen Hauptstadt in Europa statt. In Deutschland gibt es natürlich auch in Berlin, Köln, München oder Hamburg viele Städte mit großen CSDs.


Einige ausgesuchte Highlights

Die hier spezifisch erwähnten Highlights sind persönliche Empfehlungen. Viele der Events habe ich selbst bereits miterlebt, andere beruhen auf Recherche über die jeweiligen Webseiten der Anbieter.


Darklands in Antwerpen - Februar

Diese jährliche Veranstaltung im Februar ist eine der größten europäischen Fetisch-Messen. Es gibt eine Vielzahl von Verkaufsständen, Workshops und Partys. Obwohl das meiste im Rahmen einer groß angelegten Party Area stattfindet, gibt es auch einige lokale Aktivitäten über die Stadt verteilt.




EASTER Berlin - April

Diese Veranstaltung findet jährlich über das Osterwochenende statt und bietet eine Woche voller Fetisch-Partys, Workshops und anderen Aktivitäten. Seit diesem Jahr und nun wohl auch fortlaufend wird es ein Straßenfest am Nollendorfplatz geben mit einer Show-Bühne, Straßenständen und Programm.




Sitges Pride

Die Pride in Sitges vor den Toren von Barcelona ist für die Größe des verschlafenen Städtchens enorm. Mit einer Parade an der Strandpromenade und einer extrem hohen Dichte an Gay-Clubs, Stores und natürlich jeder Menge Touristen und schwulen Einheimischen ist der Ort etwas Besonderes im Vergleich zu den üblichen Großstadt-Prides. Hier gibt es auch eine Bear-Week, wobei ich hierzu persönlich nichts sagen kann.



Lesbisch-schwule Straßenfest & CSD Berlin - Juli

Der Juli ist der Monat des Regenbogens in Berlin. Den gesamten Monat über finden unterschiedliche Events und Highlights statt. Bereits eine Woche vor der Demo findet das lesbisch-schwule Straßenfest statt, das Tausende von Gästen anzieht, mit mehreren Bühne, vielen Ständen, Open Air Party und jeder Menge guter Laune. Der Höhepunkt ist die Parade, die durch die Innenstadt von Berlin zieht und mittlerweile enorme Dimensionen angenommen hat. Die Demo ist einer der größten Deutschlands und das, was drumherum passiert, macht das ganze noch belebter und spannender.


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Viele Events sind weniger Fetisch-orientiert. Daher sollten sich kinky Menschen gezielt Angebote von BDSM- und Fetisch-Anbietern wie dem Gay-BDSM.club ansehen. Dort treffen sich Kink-Liebhaber aus aller Welt zusammen und genießen parallel zu den Pride-Aktivitäten ihre Vorlieben.

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London Fetish Week - Juli

Jedes Jahr im Juli bietet die London Fetish Week eine Vielzahl von Fetischpartys, Workshops und anderen Aktivitäten in ganz London an. Einige scheinen eher enttäuscht davon zu sein, andere (vor allem jene, die viele Freunde aus der entsprechenden Community haben) schwärmen geradezu davon. Da ich selbst dieses Event noch nicht besucht habe, kann ich leider nicht viel dazu sagen, wobei es anscheinend weniger eine Play-Veranstaltung als vielmehr ein sehr großes Social sein soll. Wer mehr weiß, gerne in die Kommentare :)



Folsom Street in San Francisco - Juli

Das Original aus den USA ist einzigartig und definitiv einen Besuch wert. Die Folsom Street in San Francisco ist bekannt für ihre unvergesslichen Fetischpartys und das bunte Treiben auf der Straße. Da ich selbst noch nicht vor Ort war, kann ich wenig Details geben, aber es scheint wohl ein zwar weniger Leder-lastiges aber dennoch sehr buntes Treiben zu sein. Und definitiv ein Highlight für jeden Fetisch-Enthusiasten.



Folsom Europe - September

Anfang September wartet in Berlin wieder Folsom Europe auf die Fetisch Freunde mit einem großen Straßenfest und jeder Menge spannender Veranstaltungen und Events rund um die Festlichkeit. Gäste aus der ganzen Welt sind zu Besuch und zeigen auf der Straße ihren Kink. Außerdem wird das Event von vielen großen und kleinen Events begleitet, die in ganz Berlin stattfinden.



Maspalomas Fetish Week auf Gran Canaria - Oktober

Diese Veranstaltung findet jedes Jahr im Oktober statt und zieht Tausende von Fetisch-Enthusiasten auf die Kanarischen Inseln. Es gibt einen zentralen Festplatz, wo sich alle treffen, das Yumbo Center. Dort dann entsprechend verschiedene Bereiche und Bars.



Leather Pride in Amsterdam - November

Die Leather Pride in Amsterdam ist im November ein wichtiger Termin für Leder- und Fetischliebhaber. Es gibt eine Vielzahl von Aktivitäten wie Fetischpartys, Leder Wettbewerbe und Workshops.



Neben diesen Veranstaltungen gibt es natürlich noch viele weitere Destinationen und Events, die du besuchen kannst. Wir freuen uns über deine Ideen und Empfehlungen in den Kommentaren!


Dan

Kink-Coach & Bondage Trainer


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  • AutorenbildDan Apus Monoceros

2022 war ein sehr spezielles Jahr. Der Lockdown ging zu Ende, langsam ist wieder ein soziales Leben entstanden, es gab aber auch neue Herausforderungen und Probleme, wie zum Beispiel der Lockdown im asiatischen Raum, der Krieg in Europa oder die Inflation und die steigenden Energiepreise mit denen wir zu kämpfen haben und die unser letztes Jahr beeinflusst haben. Hinzu kommen ein paar Trends, die weiter vorangekommen sind, bzw. die nun auch in der kinky Welt eingezogen sind.


Ich habe mit einigen Kollegen geredet, die selbst in der gay und BDSM Szene aktiv sind und dort Podcast, Blogs oder Events machen. Ich habe gefragt, was sie als Trends in 2022 wahrgenommen haben und was sie für 2023 erwarten.


Hier ein paar Ergebnisse zusammengefasst!


  1. Alte, neue Spontanität bei den Gästen

  2. Private Events?

  3. Puppys überall

  4. Die Gearheads kommen

  5. Toy Markt im Wandel - Aus Privat wird Professionell

  6. Kink in den Medien und der Gesellschaft

  7. Kink als Kunst

  8. Intellektuelle Kink-Elite

  9. Professionalisierung von Sex und Kink Education

  10. Back to the basics

  11. Negative Tendenzen und Rückschritt


Über den Autor, Dan Apus Monoceros:

Ich bin Coach für Nicht-Monogame-Beziehungen und Kinks, arbeite als Bondage Trainer und Rope Artist und mache die Events des www.gay-BDSM.clubs. Ich beschäftige mich also täglich und professionell mit der queeren Kink-Welt und beobachte daher auch, was sich hier entwickelt. Dies bedeutet aber nicht, dass ich dies als Außenstehender tun kann oder eine objektive Meinung habe, selbst wenn ich dies versuche. Ich versuche mich daher auch mit anderen abzugleichen und die hier aufgestellten Trends mit konkreten Erfahrungen zu unterfüttern, wobei ich eben nur einen sehr subjektiven Ausschnitt hierbei beobachte. Dies kann dazu führen, dass sich manche Dinge für dich als Leser komplett anders darstellen oder gar falsch anfühlen. Denn auch du hast nur eine Ausschnitt vor Augen. Dennoch wünsche ich dir viel viel Spaß mit den Beobachtungen, die andere kink-Schaffende und ich im letzten Jahr gemacht haben und wie wir vermuten, wie sich die Industrie und die Szene entwickeln wird.


Alte, neu Spontanität bei den Gästen

Nachdem die Lockdowns im letzten Jahr um waren, waren die Gäste nicht zu bremsen. Wir waren regelmäßig ausverkauft und die Gäste haben sich brav ihre Tickets besorgt. Dann kam der Moment, wo wir trotz vieler Ticketverkäufe wenig physische Gäste vor Ort hatten. Die Gäste hatten plötzlich wieder zu viele Angebote zur Auswahl und viel wurde nachgeholt. In Folge gingen die Ticket-Vorverkäufe runter, die Gäste kamen aber dennoch. Teilweise sogar so viele, dass wir Einlassstopp hatten und nur jene mit Ticket einlassen konnten. Bei anderen war es ähnlich oder aber so, dass sie wegen zu wenig Ticket-Vorverkaufs ihre Events absagen mussten (ob dann mehr gekommen wären, wissen wir aber nicht). Das bedeutet, dass wir als Veranstalter wieder zurück zu unserer alten Denkweise müssen, wo sich die Gäste nicht ankündigen, sondern einfach spontan vorbeischauen. Und ich denke, dass sich dies in 2023 weiter eher zu mehr Spontanität hin entwickeln wird und dass Veranstalter und Gäste spontan bleiben müssen.


Private Events nehmen zu?

Die kinky Szenen, egal welcher Stadt, haben immer mit privaten Events den stärksten Wettbewerb und Corona hat Privatpartys ja geradezu salonfähig gemacht. Dort trifft man häufig mit dem eigenen Freundeskreis zusammen, kann meist günstiger feiern und öffentlich Dinge tun, die man auf öffentlichen Events hingegen nicht öffentlich tun sollte, wenn man nicht rausfliegen will.


Tatsächlich ist diese Entwicklung aber nur bedingt eingetroffen. Zumindest in Berlin wollen die Menschen auch öffentliche Partys besuchen und so neue Menschen kennenlernen. Das mag an den Möglichkeiten und der dennoch irgendwie privat gemütlichen Atmosphäre liegen, am Kontakt zu fremden Menschen und Touristen oder auch an der Ausgestaltung und den Sicherheitsvorkehrungen, die für solche Orte geschaffen werden. Zumindest kann ich für meine Partys feststellen, dass diese gewachsen und größer geworden sind. Einige andere Veranstalter haben dies jedoch anders bewertet.


Puppys überall

So könnte man es sagen. Gefühlt ist jeder, der auch nur ein bisschen kinky ist, mittlerweile ein Puppy. Der Zusammenhalt der Vergangenheit, dieses “wir sind die anderen” ist weg und viele Rudel, Grüppchen und Zusammenschlüsse zerfallen oder werden zu eher losen Verbindungen. Allein in Berlin weiß ich für 2023 von 5 verschiedene Anbietern für Puppy Events. 2019 war ich hier noch allein. Und damit meine ich nur Play, Dance und Social Partys. Die Stammtische und andere Freizeitaktivitäten sind hier nicht mit dazugezählt. Da die Puppys einander aber nicht mehr unterstützen, sondern häufig eher getrennte Wege gehen und auch in jedem anderen Club reinkommen, stellt sich natürlich die Frage, wie erfolgreich dies sein wird…


Die Gearheads kommen

Ich persönlich habe mich in die Gearheads verliebt. "Damals, als ich noch jung war…” (now you can call me Daddy ;) war es noch was besonderes, dass wir uns Cross-Cycling Gear kauften und so auf Partys waren. Heute würde ich da wohl weniger auffallen. Aber dafür fallen mir die Jungs in ihren Gears auf, die mittlerweile zu einer relevanten Größe geworden sind. So hatten wir nun zu Folsom auch ein Gearhead Fotoshooting und deutschlandweit haben sich schon längst Gear Partys etabliert. Für mich definitiv der richtige Zeitpunkt, um meine SMash! Party wieder aufleben zu lassen: Gearheads, Puppys, Gummi und alle colorful Kinks. Nachdem sie 2020 wegen Corona eingestellt wurde und danach die Location leider nicht mehr bezahlbar war, wird sie 2023 nun wieder neu aufleben: colorful, crazy, kinky. Im sinberlin. Wünscht mir Glück :)


Toy Markt im Wandel? - Aus Privat wird Professionell

Neue Produktionswege und Materialien, die vor allem von privaten Tüftlern genutzt wurden, sind ein neuer Standard auf den kinky Messen geworden. Sie stammen häufig aus Deutschland oder dem nahen europäischen Ausland und die Hersteller sind selbst aktiv in der Szene unterwegs. Die Billigwaren aus dem fernen Ausland, die in den letzten Jahren den Toy Markt geradezu überflutet haben, findet man hingegen nur noch zu einem geringen Teil und scheinen Ladenhüter zu sein. So kommen viele Toys mittlerweile aus dem 3D Drucker und haben verschiedene Farben und andere Modifikationsmöglichkeiten. Sie sind zwar von Maßanfertigung noch weit entfernt, aber sind zumindest flexibler geworden. Virtual Reality Shows, die mit 3D Kameras aufgenommen werden, kann man als Kunstpornos anschauen und bieten Fetisch-Tanz-Performances. Künstlerischer und kreativer wurden auch Toys. Nicht nur Dildos oder andere Insertables gewinnen an Farbe, auch Paddels, Peitschen, Halsbänder, Fesseln und vieles mehr werden immer bunter und durch neue Materialien und Verfahren, wie Gussverfahren, ergänzt. Und selbst die Club-Wear hat die Nische verlassen. Dort wo man früher nur sündhaft teuer Selfmade kaufen konnte oder richtig (auch qualitativ) billig im Ausland, haben sich nun Marken etabliert, die eine ausreichende Qualität im mittleren Preissegment anbieten.


Die Reaktion der Messebesucher war super. Sicher wird sich nicht jedes Unternehmen durchsetzen, aber der aktuelle Erfolg spricht erstmal für sich!



Kink in den Medien und der Gesellschaft

Jahrelang war es für mich immer ein persönliches Anliegen, Kink als normal zu sehen. Auch wenn wir dort noch nicht angekommen sind, habe ich im letzten Jahren ein zunehmendes öffentliches Interesse am Thema gesehen, vor allem im TV und Online-Medien. Dies ist besonders auch deswegen zu erwähnen, da die Community Richtlinien großer sozialer Plattformen wie Facebook, Instagram und ähnlichen, häufig in die entgegengesetzte Richtung tendieren und diese Themen versuchen, an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Dabei war Deutschland in der Vergangenheit immer ein relativ liberales und offenes Land, das hier sehr offen und positiv an das Thema rangegangen ist. Erst die letzten Jahre hat hier einen stärkeren Rückgang deutlich gemacht, der wahrscheinlich durch eben das Social-Verbot der großen Plattformen befeuert wurde. Dies scheint die etablierte Medien-Industrie in Deutschland nun wohl als Chance zu sehen. Sie greift diese Themen auf und bietet somit Inhalte an, die von anderen Plattformen zensiert und verbannt werden.


Im letzten Jahr habe ich gleich bei mehreren Produktionen mitgemacht. Dort wo ich in der Vergangenheit nur bei kleinen Dokumentationen, zum Beispiel bei der Pure Produktion, angefragt wurde, erreichten mich 2022 auch immer mehr Produktionen von größeren (Online-)Sendern. Ein sehr schönes Ergebnis fand ich den Beitrag mit mir von “nicht erregen” von Joyn über den Puppy Market, den ich veranstalte. Vor allem deswegen, weil es eine ernsthafte Aufklärungsarbeit im unterhaltsamen Format war und nicht eine Art von Sensationslust, die man früher häufig miterleben musste. Ähnlich ging es einigen Kollegen und auch für das aktuelle Jahr habe ich bereits einige größere Anfragen am Laufen. Sofern denke ich, dass sich dieser Trend auch 2023 fortsetzen wird und es weitere hochwertige Formate geben wird.



Kink als Kunst

Nicht nur in den Medien wird Kink zunehmend zum Inhalt. Auch immer mehr Theater und Vernissagen bieten Produktionen und Ausstellungen, welche mit BDSM-Elementen arbeiten. Dies sind aber keine Szene Bühnen, die sich an kinky Menschen richten, sondern kleinere oder größere reguläre Bühnen, wo diese kinky Elemente als Gestaltungselemente verwendet werden. Dies baut Hemmnisse ab und erfordert von den Zuschauern auch das Aktive, sich damit auseinanderzusetzen.


So haben Besucher der neuen Nationalgalerie in Berlin zum Beispiel die Möglichkeit, sich in einem Ketten-Sling auszuruhen oder sich mit Handschellen für eine bestimmte Zeit zu fesseln. Künstler auf der Bühne erklären Konzepte wie Konsens und die Freiheit des Gefesselt Seins, der eigenen Wahl und dem Konzept, dominiert zu werden oder andere zu dominieren. Und auch für mich ergaben sich so in 2022 persönliche Highlights, wo ich zum Beispiel im Rahmen eines Fine Dining Events mit meiner Seilkunst auftreten konnte und auch schon fürs nächste Jahr wieder gebucht wurde. Auch hier sehe ich daher, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.



Intellektuelle Kink-Elite - Kink als Identität?

Die Anzahl von kinky Angeboten, die auch einen intellektuellen Anspruch haben, nimmt zu. Bereits vor Corona haben wir mit der Teegesellschaft ein sehr erfolgreiches Format ins Leben gerufen, wo Lesungen, Shows, Talks und Ähnliches mit Fetisch, Kink und Sexpositivität in Verbindung gebracht wurden. Und damit lagen wir voll im Trend. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Angebote, wie Lesungen, Talk-Runden oder (Kunst- und Doku-Filme schauen, genauso wie Galerien, die sich gezielt an die kinky Community richten. Dies spürt man auch bei Waren, wo wir auf Messen zunehmend Anbieter hochwertiger kinky Kunst, von Fotografie über Skulpturen bis zu virtuellen und realen Kunst-Performances finden. Kink verlässt somit den persönlichen Rahmen und wird mehr gesellschaftsfähig. Vielleicht ist dies auch ein Grund, weshalb es gerade in der jungen Kinky Szene auch zunehmend Stimmen gibt, die weniger sexuelle Veranstaltungen, aber mehr Kink wünschen. Ein paar einzelne Stimmen oder ein Trend? Wir beobachten es weiter :)



Professionalisierung von Sex und Kink Education

In der Vergangenheit galt beim Thema Kink-Education häufig, dass der Einäugige unter den Blinden bereits den Workshop leitete. Teilweise mit zwielichtiger Motivation wurden Kurse gratis, gegen Spenden oder sehr günstig angeboten. Die eigentlichen Kosten waren dann gefährliches Halbwissen, falsche Annahmen oder Fehleinschätzungen, aber auch Missbrauch oder physische und psychische Schäden bei den Beteiligten. Dass sich hier was ändern musste, war offensichtlich.


Nicht nur einige Serien von Netflix und Amazon (aber sicherlich auch diese) haben dazu geführt, dass das Interesse an fundierten Lehrangeboten zugenommen hat. Es gibt aber auch auf Anbieterseite mehr professionell organisierte Anbieter, die Coaches einladen, regelmäßig qualitative Angebote von verschiedenen Profis anbieten und faire Preise bezahlen. Außerdem hat sich ein unterstützendes Rahmenprogramm entwickelt, wie Netzwerktreffen, Akademien, Training the Trainer Konzepte und mehr. Ob dieser Trend zur Qualität aber langfristig bleibt, wird man sehen müssen, vor allem falls die Preise wegen steigenden Angeboten langfristig fallen sollten.


Back to the basics

Vor Corona waren Workshops häufig in sehr spezifischen Bereichen sehr erfolgreich. Nun scheinen aber vor allem die Basics wieder an Bedeutung zu gewinnen. Dies mag wenig verwundern, wenn man davon ausgeht, dass all jene, die nun keine Online-Workshops besucht haben und sich während Corona auch nicht wirklich weitergebildet haben, nun auf dem Markt nach passenden Angeboten suchen. Die Frage ist, wie es sich in diesem Jahr verhält. Werden nun diejenigen, die die Basics erlernt haben, dabei bleiben und sich weiterentwickeln wollen oder werden wir noch ein oder zwei Generationen an Teilnehmern haben, die vor allem die Grundlagen benötigen. Es bleibt spannend.



Negative Tendenzen und Rückschritte

Aber leider gibt es auch Entwicklungen in die entgegengesetzte Richtung. So nehmen die gemeldeten Übergriffe und Straftaten gegen die LGBT- Community in Berlin zu und erreichen einen neuen Höchststand seit Erfassung (siehe: https://www.welt.de/politik/deutschland/article242497243/Berlin-Queerfeindliche-Uebergriffe-in-der-Hauptstadt-erreicht-neuen-Hoechststand.html). Oder auch das negative Auftreten im Umfeld der OneLove Binde in Katar, welches Sponsoren weiter mit unserem Geld unterstützen, welches wir jedes mal mitbezahlen, wenn wir zu McDonalds gehen oder ein Produkt der Coca Cola Company trinken. Es scheint, dass wir zwar aufschreien, aber nichts tun. Eher so ein Mimimiii.


Aber auch komische Kommentare aus der Szene gegenüber anderen Mitgliedern unserer Szene, muss man leider mit aufführen, wo einzelne Mitglieder Gruppen ausschließen wollen oder anpassen wollen.


Daher sollten wir uns für 2023 vornehmen, uns untereinander zu unterstützen, uns gegenseitig abzustimmen und voranzubringen, um gemeinsam etwas aufzubauen und geschlossen gegenüber Hass und Intoleranz aufzutreten.



Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Was sind deine Erwartungen für 2023? Oder hast du noch etwas anderes, was dich interessiert? Stell mir gerne eine Frage an info@gay-BDSM.club


I wish you a kinky 2023!


Dan



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